Verarbeitung - Pflanze
Rebschnitt
Rebschnitt ist der jährliche Rückschnitt des einjährigen Holzes bzw. wird das alte Holz korrigiert. Dabei soll nur gesundes und gut ausgereiftes Holz angeschnitten werden, da das angeschnittene einjährige Holz starken Einfluss auf die entwickelnden Sommertriebe hat.
Ziel ist es durch den Rebschnitt im Spätwinter ein möglichst gutes Blatt-Frucht-Verhältnis zu schaffen.
Aufgaben des Rebschnittes
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die Triebe sollen eine optimale Stärke und Länge erreichen können (physiologisches Gleichgewicht - Gleichgewicht zwischen Wuchskraft und Ertragsleistung)
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Erhaltung eines entsprechenden Stockgerüstes
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bestmögliche Verteilung der Triebe im vorhandenen Standraum
Die Augen des Grünen Veltliners sind sehr fruchtbar, deswegen benötigt er einen kurzen, schwachen Schnitt von 4-6 Augen/m².
Laubarbeit
Die Laubwandstruktur der Rebstöcke beeinflusst die Photosynthese und damit auch die Qualität und Quantität der Ernte.
Aufgaben/Ziele
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Verbesserung der Photosynthese - Erhöhung der Traubenqualität und -quantität
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bessere Belichtung der Trauben
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Verbesserung der Holzreife
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Optimierung des Blatt-/Fruchtverhältnisses
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Verminderung der Gefahr von Befallsmöglichkeiten durch Pilzkrankheiten
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Verhinderung von unnötigen Reservestoffverlusten
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Verbesserung des Traubenmikroklimas
Es sollte darauf geachtet werden, dass kein Blattdickicht entsteht, sodass die Trauben zu wenig belichtet werden. Bei zu starker Sonneneinstrahlung darf keine starke Entblätterung stattfinden, da Sonnenbrandgefahr besteht und das erhöht deutlich den Gerbstoffgehalt im Wein.
Versuchsergebnisse haben gezeigt, dass das hohe Einzeltraubengewicht des Grünen Veltliners sehr hohe Flächenerträge erzielen kann. Dabei spielt das Blatt-Frucht-Verhältnis eine tragende Rolle. Dies kann durch die Arbeiten im Weingarten entscheidend beeinflusst werden.
Das Blatt-Frucht-Verhältnis ist der Zusammenhang zwischen der Blattfläche und den Traubengewicht.
Mit der Veränderung dieses Verhältnisses hat man die Möglichkeit das Mostgewicht zu steuern. Da durch die Photosynthese Trauben, Blätter, Triebe, Holz und Wurzeln mit Stoffwechselprodukten versorgt werden, ist für eine ausreichend große Blattfläche zum Überleben der Rebe zu sorgen. Ab einer Blattfläche von 1,5 m² pro kg Traubenertrag, die beim Grünen Veltliner bei einer Laubwandhöhe von 1,2 -1,3 m erreicht wird, kann von einer guten Versorgung der Trauben gesprochen werden.
Pflanzenschutz
Gesunde Trauben sind wichtig, um die nötige Qualität zu erreichen. Doch gesunde Trauben verlangen den nötigen Einsatz an Pflanzenschutzmitteln, egal ob biologisch oder chemisch. Durch verschiedene Pflege- und Pflanzenschutzmaßnahmen soll der Rebstock vor Schädlingen geschützt werden, sodass keine Störungen des ökologischen Gleichgewichts auftreten können.
Pflanzenschutzmaßnahmen müssen so ausgerichtet sein, dass eine qualitativ gute und quantitativ ausreichende Ernte erzielt werden kann, ohne dass dabei Schäden in der Umwelt verursacht werden.
Traubenernte
Die Traubenernte in Österreich erfolgt meist zwischen Ende September und Ende Oktober. Bei der Grüner Veltliner-Ernte sollten sich maximal 6-8 Trauben auf einem Stock befinden. Die Ernte muss möglichst schonend und termingerecht erfolgen. Die Trauben sollen möglichst gesund geerntet werden. Um das zu erreichen, ist die Durchführung einer Auslese von Vorteil. Eine Ernte bei Regen sollte nicht durchgeführt werden, da sonst der Wasseranteil im Most zu hoch wird.
Physiologische Reife
Der ideale Zeitpunkt um die Trauben zu ernten, ist, wenn die physiologische Reife und die Zuckerreife erreicht sind. Diese kann man auf verschiedene Arten prüfen. Einige verlassen sich auf den Geschmack der Trauben, andere verwenden nur einen Refraktometer. Doch die physiologische Reife der Beeren erkennt man am besten anhand der Braunfärbung der Samen. Die Kerne dürfen keine grüne Farbe mehr aufweisen und nicht mehr am Fruchtfleisch haften. Die physiologische Reife stellt die Grundlage einer optimalen Weinbereitung dar.
Grüner Veltliner
| Phase | Sensorischer Eindruck | Beurteilung Beerenfleisch | Farbe der Kerne |
| 1 | unreif, grün, grasig, sauer | gerbig-grün | grün |
| 2 | säuerlich bis reif | Kerne fest mit Beerenfleisch verbunden | grün bis hellbraun |
| 3 | süßlich aromatisch | Beerenbestandteile liegen getrennt | mittel- bis kaffeebraun |
| 4 | süß, überreif, säurearm | destrukturierter Zustand, Überreife | kaffeebraun |
Säurebetonte Grüne Veltliner werden z.B. bei der Ernte während der 3. Phase erreicht.
Bei maschineller Ernte des Grünen Veltliners sollen die Trauben sofort geschwefelt und verarbeitet werden.