Anbaugebiete

Die folgenden Abschnitte beschreiben die einzelnen Weinbauregionen Österreichs, es wird näher eingegangen auf die Hektarverteilung des Grünen Veltliners in ganz Österreich.

Weinbauregionen Österreichs

 

VeltlinerlandDas größte Weinbaugebiet ist das Weinviertel, mit ca. 13.400 Hektar belegt es rund ein Drittel der Gesamtweinbaufläche Österreichs. An zweiter Stelle reiht sich das Gebiet Neusiedlersee ein. Mit 17 % liegt es im Spitzenfeld. Das Kamptal und das Neusiedlersee-Hügelland liegen mit 8 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs unter den Top 3. Wagram, Südost-Steiermark, Kremstal, Thermenregion und Mittelburgenland belegen Flächen zwischen 1.400 und 2.500 Hektar. Sie liegen mit 5 % der Weinbaufläche Österreichs im Mittelfeld. Wachau und Südost-Steiermark belegen 3 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs. Carnuntum und Traisental haben eine Fläche von 900 und 800 Hektar Weinbau. Die kleinsten Weinbaugebiete Österreichs sind mit 500 Hektar die Weststeiermark und das Südburgenland und mit 600 Hektar Wien. Wien, Weststeiermark und Südburgenland belegen jeweils nur rund 1 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs.

Im Folgenden werden die einzelnen Weinbaugebiete Österreichs genauer beschrieben.
 

Weinviertel

Wie bereits erwähnt fällt rund ein Drittel der gesamten österreichischen Rebfläche auf das größte Weinbaugebiet Österreichs – das Weinviertel. Die Weißweine nehmen rund 80 Prozent des Rot- Weißwein-Verhältnisses auf sich. Hier ist eine Vielfalt von Bodentypen gegeben: Lössböden, Schwarzerdeböden, Lehmböden, Sandböden und Urgesteinsböden. Im Weinviertel dominiert generell ein gemäßigtes Kontinentalklima, wobei Gegenden im Süden und Südosten vom pannonischen Klima profitieren. Das Weinviertel wird in drei Subzonen eingeteilt: das Veltlinerland, das Weinviertel West und das Weinviertel Süd.

Das Weinviertel war das erste Weinbaugebiet das sich für den DAC-Status entschied. Nur gebietstypische Grüne Veltliner mit dem typisch fruchtig, würzig und pfeffrigen Geschmack, ohne Barrique- und Holzton, trocken und einem Alkoholgehalt von mindestens 12 % Vol., erhalten den DAC-Status. Beginnend mit dem Jahr 2009 wurde die Kategorie „DAC Reserve“ geschaffen. Dies müssen trockene, kräftige, dichte Weine mit mindestens 13 % Vol. sein.

Kamptal

Das Wahrzeichen, des mit einer Fläche von ca. 3.800 Hektar großen Kamptals (8 % der Weinbaufläche Österreichs), ist der Heiligenstein. Vor hunderten von Jahren wurde die Lage erstmals als „Höllenstein“ bezeichnet, da es zu einer starken Sonneneinstrahlung kommen kann und dann „höllische“ Temperaturen herrschen. Nicht nur die Lage Heiligenstein sondern auch der Kamp prägt die Qualität der Weine. Der Fluss löst auf seinem Weg eisenhaltige Mineralien aus Granit- und Gneisböden. Der verwitterte Wüstensandstein macht den Grünen Veltliner zu einem eleganten, kraftvollen Wein. Auch die Lage Gaisberg weist diese Qualitäten auf. 2008 wurde im Kamptal die DAC Kamptal in zwei Stufen eingeteilt: „Kamptal DAC“ für Weine mit 12 und 12,5 % Alkohol und „Kamptal DAC Reserve“ für Weine mit 13 und mehr Vol. % Alkohol. Das Kamptal gilt als Touristenmagnet schlechthin. In der größten Weinstadt Österreichs werden Urlaubsziele wie das Loisium oder das Ursin Haus, aber auch das Schloss Gobelsburg oder die Gartenwelten in Schiltern gerne besucht. Diese bieten genug kulturelles Programm.

Kremstal

Das Kremstal, mit einer Rebfläche von etwa 2.200 Hektar und einem Flächenanteil von 5 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs, erstreckt sich rund um die alte Weinstadt Krems. Die zum Teil auch terrassiert und unmittelbar an der Krems liegenden Stöcke, bringen von den Urgesteinswitterungsböden geprägt elegante wie rassige und kräftige Weine hervor. Das pannonische Klima sorgt tagsüber für eine rasche Erwärmung und abends für kühle Luftströme. In diesem Weinbaugebiet strahlt der Grüne Veltliner wie ein Diamant, knackig, elegant und kräftig von den Urgesteinsböden und exotisch und mächtig vom Lössboden. Besonders im Kremstal ist die Verbindung von Kultur und Genuss gelungen. Das Weinstadtmuseum oder die Erlebniswelt Wein.Sinn der Sandgrube 13 sind Geheimtipps. Seit 2007 gibt es den DAC Kremstal die Standardstufe – trocken, 12-12,5 % Alkohol – und die Reserve – Alkohol ab 13 %, max. 9 g/l Restzucker.

Wachau

Der lange Abschnitt zwischen Melk und Krems, der sich über 1.400 Hektar erstreckt und 3 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs belegt, wird als Wachau bezeichnet. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Wachau bietet ein sehr hohes Qualitätsniveau. Die zum Teil sehr steilen, für die Wachau sehr typischen, Steinterrassen prägen das Landschaftsbild. Die Mehrheit der Wachauer Winzer ist Mitglied des Vereins „Vinea Wachau Nobilis Districtus“. Die Mitglieder dieses Schutzverbandes sind verpflichtet, nur Wachauer Weine zu führen und zu vermarkten. Es wird eingeteilt in den Kategorien „Steinfeder“, „Federspiel“ und „Smaragd“. Weine der Kategorie „Steinfeder“ können aus allen zugelassenen Weinsorten der Wachau erzeugt werden und der Alkoholgehalt darf nicht höher als 11 Vol. % sein. Bei Federspiel-Weinen muss der Alkoholgehalt zwischen 11,5 und 12,5 Vol. % liegen. Die ausgezeichneten Smaragd-Weine haben einen Mindestalkohol von 12,5 Vol. %. Die Wachau liegt genau zwischen pannonischem und atlantischem Klimaeinfluss. Die Böden kann man in drei Kategorien einteilen: die Sand- und Lössablagerungen am Flussufer (hier wachsen die einfachen Weine), die Berghänge von Lössauflagen und die Bergterrassen mit verwittertem Urgestein aus Gneis, Granit und Glimmerschiefer. Die Bergterrassen ziehen sich bis zu einer unglaublichen Höhe von 400 Metern.

Traisental

Das Traisental kultiviert etwa 800 Hektar Wein, das sind 2 % der Gesamtweinbaufläche. Die vom Osten einströmenden Einflüsse des pannonischen Klimas wirken sich auf das kleinste Weinbaugebiet Niederösterreichs sehr positiv aus. Es entstehen klare strukturierte, tieffruchtige Grüne Veltliner. Zwei von drei Rebstöcken dieses Weinbaugebietes tragen die Sorte Grüner Veltliner. Viele der kleinen Betriebe bieten auch eine Buschenschank an, wobei die Weine des niedrigeren Preissegments das Traisental zu einem Geheimtipp machen. Die Weine mit feinfruchtig rassiger Säure werden durch den lehmhaltigen Boden, dem pannonischen und ozeanischen Klima und der kalten Luft erst zum Spitzenwein. Als drittes Weinbaugebiet hat sich das Traisental dem DAC Status angehängt. DAC Grüner Veltliner – max. 6 g/l Restzucker – und Riesling – trocken – müssen mit 12 oder 12,5 % Alkohol angegeben sein. DAC Reserve gibt es ab 13 % aufwärts.

Wagram

Das Weinbaugebiet Wagram ist etwa mit 2.500 Hektar Wein bepflanzt, dies beträgt 5 % der Gesamtweinbaufläche Österreichs. Zwei Drittel der Rebfläche des Gebietes sind mit dem dominierenden Grünen Veltliner bestockt. Es haben sich zwei Markengemeinschaften gebildet: die Vereinigung „Wagramer Selektion“ und die Winzergemeinschaft „Weingüter Wagram“. Die Wagramer Böden sind großenteils tiefgründige, kalkhaltige und mineralreiche Lössböden die eine gute Wasserspeicherkraft vorweisen. Dank dieser Bodenart sind dem Grünen Veltliner ideale Wachstumsbedingungen gegeben.

Wien

In der Bundeshauptstadt Wien wird auf einer Fläche von 600 Hektar Wein produziert. Dies entspricht einem Weinflächenanteil von nur ca. 1 %. Schon die Kelten, die wohl die ersten waren, haben Weinbau rund um Wien bewirtschaftet. Im späten Mittelalter erlebte der Weinbau seine Hochblüte, Heurigenvororte wurden mit Reben bestockt sowie beinahe der gesamte dritte und vierte Bezirk. Nach den Türkenkriegen hat sich der Weinbau in die Vororte zurückgezogen, wo er bis heute herrscht. Die „WienWein“-Gruppe sorgte für einen Marketingschub in der Bundeshauptstadt. Der Großteil des Wiener Weinbaus befindet sich im Norden der Stadt. Heurigen, auch Buschenschanken genannt, spielen für Wien eine große Rolle. Die wichtigsten Heurigenorte sind Stammersdorf, Strebersdorf, Jedlersdorf, Nussdorf, Grinzing, Sievering, Salmannsdorf und Neustift.

Thermenregion

Das südlich von Carnuntum liegende Weinbaugebiet Thermenregion, streckt sich über eine Fläche von 2.200 Hektar. Hier herrschen besonders kalkhaltige Unterböden vor. Neben Rust und Seewinkel können in der Thermenregion auch prachtvolle Prädikatsweine – Auslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein – gewonnen werden. Leider wird die Weinregion südlich von Wien häufig als Wellness- und Relaxing-Region gesehen. Man findet nicht nur Thermen sondern auch viele exzellente Heurigen und Restaurants in dieser Umgebung. Den pfeffrigen Grünen Veltliner findet man bei fast jedem Weingut oder Heurigen.

Carnuntum

Carnuntum streckt sich auf einer Fläche von 900 Hektar aus. Es belegt etwa 2 % der Gesamtweinbaufläche. Schon vor 2.000 Jahren haben die Römer den Weinbau verfeinert und ausgebaut. Ebenso lang ist es her, dass Carnuntum gegründet worden ist. Das eher flache Hügelland kann man in zwei Gebiete einteilen: Göttlesbrunn und Höflein. Carnuntum liegt etwa zwischen dem atlantischen und dem pannonischen Klimaeinfluss, dies ist maßgeblich für einen qualitativen Wein. In dieser Weinbauregion belegt der Veltliner 36 % der Gesamtrebfläche. Obwohl in Carnuntum der Rotwein eine große Rolle spielt, legen manche Winzer großen Wert auf den Grünen Veltliner. Im Jahre 2006 wurde erstmals die „White Wine Fashion-Party“ veranstaltet.

Burgenland

Das Weinbaugebiet Burgenland breitet sich auf einer Fläche von ca. 13.900 Hektar aus. Es belegt eine Weinfläche von insgesamt 31 % (Neusiedlersee-Hügelland, Neusiedlersee, Mittelburgenland und Südburgendland) der Gesamtweinbaufläche. Im Burgenland hat der Grüne Veltliner einen sehr hohen Stellenwert. Mit einem Anteil von 18 % der Gesamtrebfläche liegt der GV im Spitzenfeld. Burgenländische Winzer haben versucht, den Grünen Veltliner zum Top-Wein Burgendlands zu machen. Das pannonische Klima mit den günstigen Einflüssen des Neusiedlersees ist einladend für die würzig pfeffrige Sorte.

Steiermark

Mit einer Refläche von 4.240 Hektar liegen 9 % der Weinbaufläche Österreichs in der Steiermark. Das Weinbaugebiet teilt sich in drei Regionen: Südoststeiermark, Südsteiermark und Weststeiermark. Je nach Struktur, Bodenverhältnissen und Klimazonen werden hier gebietstypische Sorten wie Welschriesling, Morillon, Müller-Thurgau und Blaue Wildbacher-Rebe, aus der ein schmackhafter Roséwein gewonnen wird, der Schilcher, kultiviert. Die Steiermark ist auch für ihren sogenannten „Junker“ bekannt, dahinter steckt ein Markenwein. Jedes Jahr im Herbst produzieren etwa 300 Weinbauern diesen Jungwein. Dabei müssen sie sich an die strengen Qualitätskriterien halten. Der Junker ist ein trockener Weißwein, aber auch der Schilcher zählt dazu. Der junge Wein soll typisch steirisch, erfrischend und spritzig schmecken und jugendliche Aromen aufweisen. Er passt perfekt zum Martinigansl, Pilzragout, Gebackenem und Wild.