Geschichte

Der Name „Grüner Veltliner“

Der Name des Grünen Veltliners ist noch sehr jung, da diese Rebsorte früher unter Weißgipfler (helle bis weiße Triebspitzen) oder Grünmuskateller bekannt war. Aus botanischer Sicht ist die Rebsorte viel eher mit Weißgipfler zu charakterisieren, als mit Grünmuskateller.

Den Roten Veltliner gibt es schon seit Jahrhunderten. Eine mutierte Rebe davon ist der Braune Veltliner, der zur Reifezeit braungraue Trauben trägt. Da der Braune Veltliner mit dem Weißgipfler verwechselt wurde, wurde die Bezeichnung auf die Beerenfarbe abgestimmt und so ist der Name für den Grünen Veltliner entstanden. Deswegen wird er auch der Veltlinergruppe zugeordnet.
 

Ampelographie

Dieser Begriff stammt aus dem griechischen (ampelos – Weinstock) und heißt so viel wie, „Rebsortenkunde“ oder „Rebenkunde“. Dies ist die Lehre von der Bestimmung und Beschreibung der Rebsorten, sowie deren wissenschaftlichen Klassifizierungen.

Anhand von DNA-Analysen konnte schon früh festgestellt werden, dass der Grüne Veltliner mütterlicherseits vom Traminer abstammt und keine genetische Beziehung mit den Muskateller-Reben hat.

Die Vatersorte war jahrelang unbekannt. Die Suche danach hat sich Dr. Ferdinand Regner, der sich an der HBLA für Weinbau in Klosterneuburg mit Rebzüchtung beschäftigt, zur Aufgabe gemacht und sie erfolgreich erfüllt.

Die väterliche Seite des Grünen Veltliners wurde anhand eines alten Rebstockes an den Abhängen des Leithagebirges, nicht weit von Eisenstadt entfernt, festgestellt. Es handelt sich hierbei nur um einen einzigen Rebstock, der keinen Namen hat. Der Zustand dieses Stockes ist sehr schlecht, daher kann keine verlässliche Beschreibung durchgeführt werden. Die Rebe muss schon einige Jahrhunderte dort stehen, da der Stamm schon teilweise mehrfach abgestorben ist. Trotzdem hat sie die Reblaus und Mehltauplage überlebt. Die Rebe kann einstweilig nach ihrem Isolationsort St. Georgen genannt werden.

Mittels Morphologie muss sich der väterliche Teil des Grünen Veltliners gegenüber dem Traminer mehr durchgesetzt haben. Das heißt, die Vatersorte müsste jene Eigenschaften aufweisen, die wir vom Grünen Veltliner her kennen.
 

Vom Doppler zum Top-ler

Das Vorkommen des Grünen Veltliners kann bestimmt mehr als 200 Jahre zurückverfolgt werden. Die meiste Zeit war der Ruf dieser Rebsorte eher schlecht. Er wurde einzig und allein als Massenwein angesehen, da er sich für die Massenproduktion sehr eignete. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Nachfrage nach großen Mengen an Wein enorm. Daher wurde den Winzern empfohlen den Grünen Veltliner zu pflanzen. Sogar die Markenweine von dieser Sorte wurden in Massen produziert, anstatt auf Qualität Wert zu legen.
In den 80er-Jahren war dieser Wein immer noch als DER typische Schankwein aus dem Doppler bekannt, den man sich um ein paar Schilling leisten konnte. Doch in den wenigen Jahrzenten zeigte sich eine deutliche Veränderung: aus dem Massenprodukt wurde ein Top-Produkt.